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Ein Blick auf die Generationen am Arbeitsplatz

Haben Sie es gelesen? Bewerbungen der Generation Z unerwünscht: Ein deutschschweizerisches Unternehmen wagte es, eine Stellenanzeige zu veröffentlichen, in der Bewerbungen von Personen der Generation Z ausgeschlossen wurden. Eine solche altersdiskriminierende Stellenanzeige dürfte es nicht geben. Dieser Fall warf auch Fragen auf: Hat jede Generation tatsächlich eine andere Vorstellung von Arbeit? Verändert sich das Verhältnis zur Arbeit je nach Lebensphase? 

 

Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten 

Der vom Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag des Berner Generationenhaus in Bern erstellte Generationen-Barometer bietet interessante Einblicke in die Sichtweise der verschiedenen Generationen auf die Arbeit und das Verhältnis zur Arbeit. 

Zwischen den Altersgruppen unterscheidet sich vor allem die Bedeutung, die der Arbeit beigemessen wird. «Ältere Menschen legen grossen Wert auf Anerkennung am Arbeitsplatz. Menschen mittleren Alters, für die oft die Familie im Mittelpunkt steht, wünschen sich Flexibilität und eine gesunde Work-Life-Balance. Für die befragten jungen Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, spielt die berufliche Entwicklung eine wichtige Rolle», heisst es im Generationen-Barometer 2025. 

Die verschiedenen Generationen verbindet die Ansicht, dass «beruflicher Erfolg nicht mehr in erster Linie durch Status und Macht definiert wird, sondern vielmehr durch eine spannende Arbeit und Anerkennung“. Heute sind ein guter Teamgeist, eine sinnstiftende Tätigkeit sowie Wertschätzung die Schlüsselelemente für einen guten Arbeitsplatz. 

 

Diskriminierung als generationsübergreifende Herausforderung 

Es zeigt sich zudem, dass es in der Arbeitswelt durchaus generationsübergreifende Herausforderungen gibt, insbesondere altersbedingte Diskriminierung. Nicht nur ältere Mitarbeitende (56 Jahre und älter) sind davon betroffen. Tatsächlich zeigt das Generationen-Barometer 2025, dass junge und ältere Menschen in gleicher Weise von altersbedingter Diskriminierung am Arbeitsplatz betroffen sind. Allerdings fühlen sich die verschiedenen Generationen nicht aus denselben Gründen diskriminiert. Jüngere Menschen gaben an, den Eindruck zu haben, im beruflichen Umfeld nicht ernst genommen zu werden. Ältere Arbeitnehmer:innen bedauern hingegen vor allem die mangelnde Wertschätzung und die Ablehnung ihrer Bewerbungen. 

 

Generationenmanagement in der Bundesverwaltung und im ETH-Bereich 

Das Zusammenspiel mehrerer Generationen von Mitarbeitenden ist eine Herausforderung, der sich kein Arbeitgeber entziehen kann. Ob im privaten oder im öffentlichen Sektor: Es ist eine alltägliche Realität, Bedürfnisse, Erwartungen, aber auch Kompetenzen, die von Generation zu Generation variieren können, in Einklang zu bringen. Als grösster Arbeitgeber der Schweiz mit über 40’000 Mitarbeitenden – von 16-jährigen Auszubildenden bis hin zu Mitarbeitenden mit mehr als 35 Dienstjahren und kurz vor der Pensionierung stehen – ist die Bundesverwaltung verpflichtet, ein qualitativ hochwertiges Generationenmanagement zu betreiben.

Das Eidgenössische Personalamt (EPA) bekundet, ein Personalmanagement einzuführen, welches alle Generationen berücksichtigt. Zu diesem Zweck erklärt es insbesondere, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in allen Lebensphasen zu fördern sowie kontinuierliches Lernen und Wissensaufbau zu ermöglichen. Die ETH betonen die Vorteile von Teams, die sich aus verschiedenen Altersgruppen zusammensetzen und verpflichten sich zu einem Umfeld, das frei von Altersdiskriminierung ist. 

  • 45,8 Jahre, Durchschnittsalter des Bundespersonals (Quelle: Eidgenössisches Personalamt EPA)  
  • 42,3 Durchschnittsalter der Erwerbsbevölkerung im Jahr 2024 (Quelle: Bundesamt für Statistik BFS) 

 

12 Erkenntnisse in Infografiken | Berner Generationenhaus 

Durchschnittsalter der Erwerbsbevölkerung 

Das Bundespersonal in Zahlen 

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